Hitler und die NSDAP waren nicht rechts, sondern links.

Veröffentlicht am 2. September 2025 um 10:14

Fakten-Check (60 Sekunden)

  • Behauptung: „Nationalsozialismus“ = links; also seien Hitler und die NSDAP „links“ gewesen.

  • Urteil: Falsch. Der Nationalsozialismus war eine völkisch-rassistische, autoritäre, antidemokratische, antisozialistische Ideologie – in der Forschung klar dem extremen rechten Spektrum zugeordnet. Kernmerkmale: Rassenhierarchie/Antisemitismus, Führerprinzip, Einparteienstaat, Zerschlagung von SPD/KPD und Gewerkschaften. „Sozialismus“ im Parteinamen war Propaganda, keine linke Politik. Deutsches Historisches Museum (DHM)+3Holocaust-Enzyklopädie+3Encyclopedia Britannica+3


Fakt 1: Ideologie – völkisch, rassistisch, autoritär

Die NS-Ideologie stellte „Rasse“ und „Blut“ ins Zentrum, konstruierte eine hierarchische Volksgemeinschaft und unterwarf Gesellschaft und Politik dem Führerprinzip. Das ist das Gegenteil egalitärer, linker Politik. Autoritative Darstellungen (bpb/USHMM/Britannica) ordnen den Nationalsozialismus als extrem rechts ein. Encyclopedia Britannica+3Deutsches Historisches Museum (DHM)+3blzb.de+3


Fakt 2: Demokratieabschaffung & Verfolgung der Linken

  • Reichstagsbrandverordnung (28.2.1933) setzte Grundrechte außer Kraft und ebnete den Weg zur Diktatur. KPD wurde faktisch verboten und systematisch verfolgt. bpb.de+1

  • Ermächtigungsgesetz (23.3.1933) entmachtete Reichstag/Reichsrat – Gesetzgebung per Regierung. bpb.de

  • Verbot der SPD (22.6.1933); anschließend Gesetz gegen die Neubildung von Parteien (14.7.1933) – Einparteienstaat. Deutsches Historisches Museum (DHM)+1
    Diese Kette ist wesensfeindlich zu linker, pluralistischer Politik. Deutscher Bundestag


Fakt 3: Zerschlagung der Gewerkschaften – DAF statt Streikrecht

Am 2. Mai 1933 zerschlugen die Nazis die freien Gewerkschaften; am 10. Mai entstand die Deutsche Arbeitsfront (DAF)keine unabhängige Arbeitnehmervertretung, kein Streik-/Tarifrecht. Löhne/Arbeitsbedingungen wurden staatlich dirigiert, Arbeiter*innen politisch eingebunden und kontrolliert. Deutsche Gewerkschaftsbund+2Deutsches Historisches Museum (DHM)+2


Fakt 4: „Linker Flügel“? – 1934 brutal ausgeschaltet

Die „Nacht der langen Messer“ (30.6.–2.7.1934) beseitigte die SA-Spitze um Ernst Röhm und unterband jeden revolutionären Kurs in der Partei; auch Gregor Strasser (Strasser-Flügel) wurde ermordet. Ergebnis: Konzentration auf Führerdiktatur, Militärbündnis, Kriegsvorbereitung – nicht auf „linke“ Sozialpolitik. Holocaust-Enzyklopädie+1


Fakt 5: Wirtschaft – Privatbesitz blieb, Steuerung für Aufrüstung

Die NS-Wirtschaftspolitik behielt Privateigentum an Produktionsmitteln bei, lenkte aber zielgerichtet für Autarkie, Aufrüstung, Krieg (Vierjahresplan). Es gab dirigistische Eingriffe, Lohn-/Arbeitskontrolle, Rüstungsrenditen – und sogar Re-Privatisierungen (u. a. Banken/Unternehmen) in den 1930ern. Linke Kernelemente wie Gewerkschaftsmacht, Arbeitskämpfe, Demokratisierung der Wirtschaft wurden ausdrücklich unterdrückt. pubs.aeaweb.org+3Deutsches Historisches Museum (DHM)+3Deutsches Historisches Museum (DHM)+3


Fakt 6: „Sozialismus“ im Namen – warum das nicht „links“ macht

Das Wort „Sozialismus“ diente der Massenmobilisierung und der Inszenierung einer scheinbar klassenübergreifenden „Volksgemeinschaft“. In der Praxis richtete sich das Regime gegen linke Bewegungen, gegen Gleichheits- und Emanzipationsziele und für eine hierarchische Ordnung nach „Rasse“ und Loyalität. bpb.de+1


Häufige Einwände – nüchtern beantwortet

„Aber sie nannten sich doch sozialistisch!“
Der Name ist Propaganda. Entscheidend sind Institutionen und Praxis: Einparteienstaat, Führerprinzip, Verbot linker Parteien, Zerschlagung der Gewerkschaften, Rüstungslenkung – rechtsautoritäre Kennzeichen. bpb.de+1

„Sie waren antikapitalistisch!“
Die Rhetorik zielte vor allem auf antisemitische Feindbilder („Finanzjudentum“). Faktisch blieb Privatwirtschaft erhalten, wurde aber für Aufrüstung dirigiert; Teile wurden sogar re-privatisiert. Deutsches Historisches Museum (DHM)+1

„Die SA wollte doch ‚sozial‘ – also links?“
Gerade dieser Flügel wurde 1934 liquidiert; die Diktatur band sich enger an Militär und traditionelle Eliten. Holocaust-Enzyklopädie


Kurz & teilbar – drei Sätze


„Fakten-Wir-Ab“: So prüfst du es selbst (2-Min-Pfad)

  1. Definition/Ideologie: bpb/USHMM/Britannica zu NS-Ideologie (Rassenlehre, Führerprinzip, Antisemitismus). Deutsches Historisches Museum (DHM)+2Holocaust-Enzyklopädie+2

  2. Machtübernahme/Repression: Reichstagsbrand-VO, Ermächtigungsgesetz, SPD-Verbot, Parteieneinzelstaat. bpb.de+2bpb.de+2

  3. Arbeit/Soziales: 2. Mai 1933 Gewerkschaften zerschlagen; DAF statt Tarif-/Streikrecht. Deutsche Gewerkschaftsbund+1

  4. Wirtschaft: Vierjahresplan (Autarkie/Rüstung), Privatwirtschaft bleibt, teils Re-Privatisierungen. Deutsches Historisches Museum (DHM)+1

  5. „Linker Flügel“ beseitigt: Nacht der langen Messer. Encyclopedia Britannica


Fazit

„Hitler und die NSDAP waren links“ ist ein Mythos. Historische Quellen, Institutionen und Praxis zeigen das Gegenteil: extrem rechte Ideologie, Diktatur, Verfolgung der Linken und Kriegsvorbereitung unter Beibehaltung von Privateigentum – dirigiert für die Ziele des Regimes. Die Wortwahl „National-sozialismus“ verschleiert, wofür das System stand: Rassenwahn, Führerstaat, Gewalt.  Somit ist dieser Mythos AB-GE-FAKT.


Quellen (Auswahl)

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.